Über Überwachung, Sicherheit v/s Freiheit.
Ximena Aburto Felis
(Studium der Kunstpädagogik, J.W. Goethe-Universität Frankfurt)
 
     
   
  Foto: Ximena Aburto Felis  
     
 

Sie fallen uns längst nicht mehr auf. Sie sind überall - auf den Straßen, in der U-Bahn, im Supermarkt, in den Banken. Sie sollten eingeführt werden um Verbrecher abzuhalten oder Straftäter wiederzuerkennen und festnehmen zu können. Die Überwachungskameras sind dafür da, dass wir uns alle sicher fühlen können. So sollen wir glauben und so glauben wir es dann auch. So erklärt sich, dass wir im öffentlichen Raum immer wieder Symbole von Kameras finden, als ob sie für etwas Gutes stehen würden.

In der Arbeit "immer wenn eine kamera auf mich gereichtet ist fühle ich mich wie ein schauspieler“ von Raul Gschrey wird der Betrachter mit diesem Phänomen der allgegenwärtigen Überwachung konfrontiert. Sie zeigt die Aufnahmen von Überwachungskameras der Stadt Frankfurt und inszeniert damit einen Rollenwechsel: Jetzt ist es der Besucher der Ausstellung, der den Blick der Kamera einnimmt und als unsichtbarer Voyeur den öffentlichen Raum beobachtet. Die Installation macht Unsichtbares sichtbar und zwingt den Betrachter über diese Art von Kontrolle nachzudenken: Brauchen wir diese Überwachung? Wer entscheidet über ihren Einsatz? Fühle ich mich dadurch wirklich sicherer als ohne sie und woher kommt dieses subjektive Sicherheitsgefühl?

Die Arbeit setzt ein Spiel der Blicke und Perspektiven in Gang: Auf dem dazugehörigen Video sieht man, wie eine stark befahrene Verkehrskreuzung von einer Gruppe Passanten überquert wird. Einzelne von ihnen bewegen drei große Buchstaben, die für einen flüchtigen Moment das Wort "SEE“ bilden, nur um es rasch wieder abzubauen. Manche der vorüber fahrenden Autofahrer können vielleicht das Wort lesen, und werden sich fragen, was hier geschieht. Ist es ein zufälliges Zusammentreffen oder handelt es sich um eine Inszenierung? Doch was wird hier inszeniert und für wen? Wer sieht und wer wird gesehen? Handelt es sich um eine Aufforderung und an wen richtet sie sich? Fragen bleiben offen.

 
     
 

 

 
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