Der Titel „Closed Circuit Conversation“ umschreibt
das Spannungsfeld, das durch diese Installation entsteht: Hier
wird die einseitige „Television“, die Beobachtung
oder gar Überwachung aus der Ferne, durch eine eigentümliche
und widersprüchliche Kommunikationssituation ersetzt. Der „Closed
Circuit“ schließt die Personen ein, die sich – durch
die Bildschirme getrennt, aber doch in unmittelbarer Nähe – gegenüberstehen.
Hierbei können beide Seiten aktiv an einer visuellen „Konversation“ teilhaben.
Gleichzeitig sind sie jedoch außerstande, deren Gesetzmäßigkeiten
auszuhebeln oder sich dem Verfremdungseffekt zu widersetzen,
der durch die Überlagerung von Eigen- und Fremddarstellung
entsteht. Die betrachtende Person wird bei der Annäherung
an die Installation auf irritierende Weise an einen bestimmten
Punkt vor dem Bildschirm „gezwungen“. Beim Herantreten
verschwimmen Selbst und Gegenüber in variabler Überlagerung.
Der Betrachter befindet sich in einem Dialog sowohl mit der anderen
Seite als auch mit sich selbst, ohne letztlich klare Grenzen
zwischen „hier“ und „dort“ ziehen zu
können. Erst durch das Zurücktreten aus dem zentralen
Gesichtsfeld der Kamera erfolgt ein Rückzug aus der medialen
(und gleichsam zeitlich und räumlich unmittelbaren) Interaktion.