Closed Circuit Conversation von Raul Gschrey
Claudia Perner
(Institute for English Literary and Cultural Studies, Universität Duisburg-Essen)
 
     
 

Der Titel „Closed Circuit Conversation“ umschreibt das Spannungsfeld, das durch diese Installation entsteht: Hier wird die einseitige „Television“, die Beobachtung oder gar Überwachung aus der Ferne, durch eine eigentümliche und widersprüchliche Kommunikationssituation ersetzt. Der „Closed Circuit“ schließt die Personen ein, die sich – durch die Bildschirme getrennt, aber doch in unmittelbarer Nähe – gegenüberstehen. Hierbei können beide Seiten aktiv an einer visuellen „Konversation“ teilhaben. Gleichzeitig sind sie jedoch außerstande, deren Gesetzmäßigkeiten auszuhebeln oder sich dem Verfremdungseffekt zu widersetzen, der durch die Überlagerung von Eigen- und Fremddarstellung entsteht. Die betrachtende Person wird bei der Annäherung an die Installation auf irritierende Weise an einen bestimmten Punkt vor dem Bildschirm „gezwungen“. Beim Herantreten verschwimmen Selbst und Gegenüber in variabler Überlagerung. Der Betrachter befindet sich in einem Dialog sowohl mit der anderen Seite als auch mit sich selbst, ohne letztlich klare Grenzen zwischen „hier“ und „dort“ ziehen zu können. Erst durch das Zurücktreten aus dem zentralen Gesichtsfeld der Kamera erfolgt ein Rückzug aus der medialen (und gleichsam zeitlich und räumlich unmittelbaren) Interaktion.

 
     
   
     
 

 

 
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