Raul Gschreys „bewegungsspielraum“ und die Subversion der binären Logik.
Léa Perraudin
(Studium der Kulturanthropologie und Philosophie, J.W. Goethe-Universität Frankfurt, Forschungsprojekt www.scanagain.de)
 
     
 

Raul Gschrey macht sich in seiner Performance „bewegungsspielraum“ zum Akteur in mit Überwachungstechnologie verdichteten Umgebungen. Er bespielt die Aufnahmebänder der Überwachungskameras mit seinem Bespielen des öffentlichen Raums, auf den sich die Blicke überwachender Institutionen richten. Ihm gelingt hier eine Bewegung heraus aus einem dichotom gezeichneten 1/0; konform/alarmierend; Passant/Fahndungsgegenstand - Optionen, die die Kamera sonst „zu Gesicht“ bekommt und aus denen gewählt und definiert werden muss.

Gschreys Performance ist ein Zerfasern dieses Rasters, das er durch das Umkleben des eigenen Körpers zu einem neuen Geflecht spinnt. Die damit einhergehende Bewegungsunfähigkeit bleibt oberflächlich: Der Gefesselte befähigt sich darin selbst - und ist damit in der Lage eine Resonanz des verborgen Blickenden zu evozieren. An dieser Stelle öffnet sich der Closed Circuit, ein Gesicht tritt hervor – ein Gesicht das Gschreys Handeln nun pflichtgemäß zwischen „affirmativ“ und „verneinend“ verorten soll und erkennen muss, dass hier weder das eine noch das andere greift.

 
     
 

 

 
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