Raul Gschrey
macht sich in seiner Performance „bewegungsspielraum“ zum
Akteur in mit Überwachungstechnologie verdichteten Umgebungen.
Er bespielt die Aufnahmebänder der Überwachungskameras
mit seinem Bespielen des öffentlichen Raums, auf den sich
die Blicke überwachender Institutionen richten. Ihm gelingt
hier eine Bewegung heraus aus einem dichotom gezeichneten 1/0;
konform/alarmierend; Passant/Fahndungsgegenstand - Optionen,
die die Kamera sonst „zu Gesicht“ bekommt und aus
denen gewählt und definiert werden muss.
Gschreys
Performance ist ein Zerfasern dieses Rasters, das er durch
das Umkleben des eigenen Körpers zu einem neuen Geflecht
spinnt. Die damit einhergehende Bewegungsunfähigkeit bleibt
oberflächlich: Der Gefesselte befähigt sich darin
selbst - und ist damit in der Lage eine Resonanz des verborgen
Blickenden zu evozieren. An dieser Stelle öffnet sich
der Closed Circuit, ein Gesicht tritt hervor – ein Gesicht
das Gschreys Handeln nun pflichtgemäß zwischen „affirmativ“ und „verneinend“ verorten
soll und erkennen muss, dass hier weder das eine noch das andere
greift.
