Haroun Afzal
*25.11.1976 in Kabul/Afghanistan

Ausgewählte Ausstellungsbeteiligungen:

2004 Tanzperformance: "it´s time" Company Vivienne Newport
2006 Luminale 2006 Frankfurt am Main
2006 Handwerkskammer Koblenz, Ausstellungsprojekt "Um die 30"
2006 Plastikendausstellung, J.W. Goethe-Universität "Garage 12"
2007 "Container Contenedor" Historisches Museum -Lapidarium-,Galerie Art Box, Ausstellungshalle der J.W. Goethe-Universität
2007 "Vogelfrei 7" "WintergARTen", Darmstadt

 

Teil 1: strahlender afghane III, schauparrak, metamorphose V
Teil 2: hans dampf in frankfurter gassen.....
Licht/Rauminstallation
Historisches Museum

Das Lapidarium des Historischen Museums Frankfurt am Main soll zum zweiten Mal Schauplatz einer Rauminstallation werden, die verschiedene Sinneswahrnehmungen und Sinnestäuschungen implizierend, den Betrachter auf eine wundersame Reise der Sinne einlädt. Das Lapidarium soll dabei in verschiedenen Rauminstallationssegmenten eingeteilt, zu bestimmten Tageszeiten unterschiedliche Facetten der Rauminstallation visualisieren.
Mal die "klare" Rauminstallation mit Lichtskulpturen in mitten der vorhandenen Steinfiguren und den Lichtreflexionen an diversen Glasplatten, die mystisch kultiviertem Blick genügend Anregungen zur Enträtselung der geometrisch exakt ausgeloteten Lichtzeichnungen bieten, und mal die "vernebelte" Rauminstallation mit den vorhandenen Komponenten, die von fluoreszierenden und raumergreifenden Nebelwolken nicht mehr ersichtlich im Dampf überfluteten Lapidarium einen weißen, lichtdurchdrungenen, und trotzdem - durch die Glasfront und dem Gemäuer des Lapidariums - klar abgegrenzten Quader/ bzw. Kubus bilden.

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Weitere Arbeiten des Künstlers

"Blauer" Charoun auf seinem Nachen

Wie heißt die Farbe, die nachts das Meer hat und der Himmel?
Es ist kein Blau, kein Schwarz, und der Mondschein auf den Wellen ist nicht weiß noch grau; die Sichel ist sich selbst exakt treu auf halbem Durchschnitt.
Die Wellen, die wie Bruchkanten eines Gesteins ums Schiff treiben, glänzen in der unbekannten Farbe wie eben der unsichtbar-blau-strahlende Charoun.
Das Träumen ist ein höherer Zustand als das Wachen. Der Traum entspricht dem Aspekt des Seins, alle Möglichkeiten in sich zu schließen.
Es gibt für den Menschen zwei Zustände des Seins, den einen im Diesseits, den anderen im Jenseits. Es gibt aber auch einen dritten, mittleren, den Zustand des Schlafs. Im mittleren Zustand sieht der Mensch beide Zustände zugleich.
Dem mythologischen Ursprung unserer Träume nach, ruft hier die Tiefenschicht unserer Psyche das archetypische Reich der Unterwelt wach. Unsere Träume aus dem unbewussten Sein sind Reflexionen von Hades, Pluto, Charoun und Acheroun.
Alles entwickelt sich in die Spirale der Tiefen. So wie das Ende der Hades ist, ist auch das Ziel der Hades- fürs Erste zumindest- bevor die Wanderschaft des ewigen Vagabunden auf einer abgewandelten Daseinsebene wieder aufgenommen werden kann.



"Wer Gutes tut, schläft auch gut"
Elektrosmog-Konsum

Urbanes Licht, als Symbol des Wohlstands, das aufs Land hinaus strahlt, die Massen magisch anzieht und den Prozess der Verstädterung beschleunigt, ist nicht nur eine von Menschen erschaffene Möglichkeit, Herr über die Natur/Nacht zu werden, um das städtische Leben noch reizvoller und gewinnbringender zu gestalten, sondern ist unter anderem auch durch den dekadenten Lebensstil der Großstädter mitverantwortlich für den globalen Klimawandel, durch zunehmende CO2-Emissionen.
Diese Arbeit soll den Blick des verantwortungsbewussten, Natur gebundenen Betrachters für eine Ressourcen schonendere Lebensweise schärfen.
Klick!
Auf der anderen Seite wird der Rezipient eingeladen sich auf verschiedene sinnliche Wahrnehmungen einzulassen, die haptischer und audiovisueller Natur sind und ihm die Möglichkeit gewähren in den Genuss eines gefahrvollen und elektrosmoglastigen Lichtbades zu kommen. In dieser Arbeit manifestieren sich Konglomerate verschiedenster ekstatischer Zustände, Konglomerate subtiler, wie gleichsam delirierender Formen und Materialien.
Was sich hier an den Glasplatten malerisch abzeichnet, ist die furiose Entfesselung von Ekstasen, deren immanentes Gesetz das der Gesetzlosigkeit ist. Die starren und grenzüberschreitenden Lichtreflexionen ziehen den Partizipienten in ihren enigmatischen Bann, so dass er sich unmittelbar als "Persona Grata" des bilddramaturgischen Geschehens wiederfinden wird. Das Ziel dieses durch Lichtreflexionen entstandenen Strukturen ist es zu einem essentiellen menschlichen Agens zurückzufinden, nämlich dem längst totgesagten Bedürfnis des Subjekts nach ekstatischen Spiegelungen auf allen möglichen Niveaus.
Wer in den malerischen Reflexionskollagen und im Gegensatz zu den plastischen Materialassemblagen Wiederspiegelungen sozialer Wirklichkeiten oder Rekonstruktion von weltlich Gegenständlichem erwartet, Reproduktionen von Identifizierbarem schlechthin, der wird trotz übereinstimmender Ähnlichkeit mit Runen Schriftzeichen aufs Tiefste enttäuscht sein. Vielmehr inhärieren sie die grotesk-unwirklichen Wirklichkeiten.