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Raul Gschrey Studiert Anglistik und Kunstpädagogik an der J.W. Goethe-Universität. Organisiert und konzipiert Ausstellungen, Lesungen und Konzerte im Rhein-Main Gebiet. Schwerpunkt meiner Installationen, Objekte und Aktionen ist der Umgang mit Erinnerung und dokumentarischem Material. Bei Ausstellungen entstehen durch die Variation des Grundmaterials immer neue Erfahrungen, die Arbeiten werden ständig neu geschaffen und rezipiert und der Betrachter kann durch Interaktionsmöglichkeiten selbst zum gestaltenden Teil der Arbeit werden. 04/2005 coolhunters - zkm, Karlsruhe
Überwachung wird in öffentlichen, urbanen Räumen, aber auch im privaten Leben immer mehr zum Alltag. In den Arbeiten wird diese relativ neue und schnell fortschreitende Entwicklung mit künstlerischen Mitteln untersucht. Die Überwachung im öffentlichen Raum hat in den letzten Jahren stark zugenommen und ist in den Innenstädten Europas zu einer allgegenwärtigen Erscheinung geworden. Es ist kaum mehr möglich sich im Stadtraum zu bewegen, ohne dabei beobachtet zu werden. Doch wie verändert die Präsenz des alles sehenden Auges das Verhalten des beobachteten Objekts. Wird durch die Kameras ein Sicherheitsbedürfnis erfüllt, oder entsteht das unbestimmte Gefühl der ungewollten Beobachtung? Durch die Anwesenheit der Kamera und der Personen, die sich im Aufzeichnungsradius der Kamera bewegen und des möglichen Beobachters entsteht ein Kommunikationsraum. Eine jeweils einseitig gerichtete Kommunikation. Ein Blick, eine Aktion einer Person in die Kamera wird nicht zur Interaktion mit dem Beobachtenden, dessen Blick in entgegengesetzte Richtung, aber auch Möglichkeit der Reaktion verläuft. Doch der Blick in die Kamera löst Fragen aus, es werden Szenarien erdacht, wer könnte das Bild an welchem Ort zu Gesicht bekommen? Sitzt eine Person vor einem, oder vielen Monitoren und beobachtet das Geschehen? Werden die Bilder aufgezeichnet und was geschieht mit diesen Datenbergen? Die fortschreitende Entwicklung und der damit verbundene Preisverfall der Überwachungstechnik führt auch zu einem Einzug in den privaten Raum. Minikameras werden immer häufiger eingesetzt um Privatgelände, aber auch Eingangsbereiche und damit öffentlichen Raum zu überwachen.
"immer wenn eine kamera
auf mich gerichtet ist, fühle ich mich wie ein schauspieler" Eine Beamerprojektion zeigt eine Website, auf der Überwachungs-kamerabilder zu sehen sind, die in regelmäßigen Abständen upgedated werden. Die Projektion ermöglicht so einen Blick in den Stadtraum Frankfurts. Auf einen darunter stehenden Überwachungsmonitor läuft ein Videoloop, der Interaktionsmöglichkeiten mit den städtischen Überwachungskameras auslotet. Der Betrachter wird so indirekt aufgefordert die Bühne, die der Filmausschnitt bietet, zu nutzen und mit den Kameras zu interagieren. Er entwickelt sich vom passiven Objekt, das beobachtet wird, zum aktiven Subjekt einer Interaktion.
Zwei Bildschirme stehen Rücken an Rücken auf frei im Raum platzierten Sockeln. Die Röhren zeigen in entgegengesetzte Richtungen. Über den Bildschirmen sind Überwachungskameras angebracht, deren Bilder durch einen Videomischer überlagert auf beide Bildschirme übertragen werden. Der Focus der Kameras ist so eingestellt, dass der Betrachter an einen Punkt vor den Bildschirm gelenkt wird. Die Installation eröffnet einen Begegnungsraum und ermöglicht die nonverbale Kommunikation von Personen über Stellvertreter.
"an/aus" Ein Ansammlung von Überwachungsmonitoren, zeigen Videoloops. Der zentrale Bezugspunkt ist eine Szene aus dem Film "Die neun Leben des Thomas Katz", in der eine Person in einer Überwachungsschaltzentrale sitzt und nach und nach Elemente aus dem Sichtbaren der Überwachungskameras und damit aus der Welt, entfernt. Die anderen Monitore zeigen Sequenzen aus dem Frankfurter Stadtraum aus der Perspektive von Überwachungskameras und Interviewsequenzen, die versuchen die Spannung zwischen Beobachter und Beobachtetem zu ergründen.
"frankfurt...luxemburg...montevideo" Auf künstlerisch-dokumentarische Weise wird die erzwungene Migration eines Juden während des Dritten Reiches von seiner Heimatstadt Frankfurt über Luxemburg und Lager in Polen, nach Luxemburg zurück und schließlich nach Montevideo/Uruguay nachzeichnet. Die mit Hilfe des Historischen Museums entstandene Installation konnte im Rahmen der Ausstellungen zur europäischen Kulturhauptstadt in Luxemburg 2007, und in Montevideo, den weiteren Schicksalsorten auf der Reise des Betroffenen, gezeigt werden. Zur Luminale 2008 wird die Installation zum ersten Mal in Frankfurt, dem Ausgangsort der Odyssee des vertriebenen Mitbürgers gezeigt.
Weitere Arbeiten des Künstlers ------------------------------ "Augenblicke"
Die dokumentarische Generationenarbeit wählt als visuellen Angriffspunkt das Auge um den verschiedenen Generationen einer Familie und den für die einzelnen Personen prägenden Augenblicken nachzuspüren. Der Künstler sucht den Blick und das Gespräch mit seinem Großvater, seinem Vater und sich selbst und überträgt die Spannung auf Augenhöhe auf den Betrachter. Den Generationen entsprechend wurden s/w Film, super8 und Video zur Aufnahme genutzt. Ein zentral hängender Kopfhörer collagiert dokumentarisches Interviewmaterial. Soundremix: brian uzna.
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